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50 Jahre nachhaltige Entwicklung.
Es ist möglich.

Rückkehr der Rosen nach Afghanistan

Afghanische Kinder pflücken Rosenblätter. © Meissner

Getreideernten reichen vor allem im Winter oft nicht aus, um die Familien zu ernähren. Viele afghanische  Bauern setzen deshalb auf den Anbau von Mohn. Das Welthungerhilfe-Projekt "Rosen für Nangarhar" bietet den kriegsmüden Afghanen eine legale und wirtschaftliche Perspektive.

Es sind ideale Bedingungen: In den unberührten Berglandschaften der Region, werden aus den Setzlingen kräftige Rosenbüsche. Auf künstliche Düngemittel kann hier vollständig verzichtet werden. Die kalten Nächte konservieren das Aroma der Blüten besonders gut. In Nangarhar im Osten Afghanistans prägen heute Rosenfelder wieder das Bild von Dare Noor, Achin oder Nazian. Dass die meisten Rosenarten ihren Ursprung in Afghanistan haben, ist zumindest den Menschen hier noch gut in Erinnerung. Duftendes Rosenwasser und die heilenden Kräfte der Pflanzen gehören seit jeher zur Tradition des Landes und seiner Bewohner. 

Optimale Voraussetzungen also für ein Projekt,  in dem die Welthungerhilfe gemeinsam mit den Bauern eine lohnende Alternative zum illegalen Mohnanbau entwickelt hat. In der Provinzhauptstadt Jalalabad können Rosenblüten mittlerweile in modernen und wirtschaftlich ergiebigen Anlagen, die auch internationalen Qualitätsstandards genügen, destilliert werden. Das Ergebnis: reines Rosenöl. Ein wertvolles Gut, das in einer Vielzahl von Kosmetik- und Duftprodukten verwendet wird. 

Und das Geschäft mit dem Öl läuft gut: Der Konsum natürlicher Kosmetika und Parfüms in Europa, den USA und Asien ist hoch. Es gibt eine steigende Nachfrage nach natürlichen Aromen, biologisch angebauten Rosenprodukten und organisch hochwertigen Erzeugnissen. Diese Marktsituation sichert das Überleben der Rosenbauern auch zukünftig. Dass der Rosenanbau bislang als einziges Projekt in Afghanistan nach EU-Normen als "ökologisch" zertifiziert wurde, verbessert die Aussicht auf Absatz umso mehr. 

Qualitativ hochwertige Rosenöle werden auf internationalen Märkten mit 5000 Euro pro Kilogramm gehandelt. Nach anfänglich 1,5 Kilogramm, stieg die Ölproduktion in Nangarhar inzwischen auf  über 60 kg in 2011. Neben dem Öl, stellen die Bauern aber auch Rosenwasser und Trockenrosen her. Mit einem namhaften deutschen Bio-Kosmetikkonzern konnte ein starker Abnehmer der Erzeugnisse gefunden werden.

Bereits 700 Landwirte nehmen erfolgreich an dem Projekt teil. So können sich mittlerweile vier- bis fünftausend Familienmitglieder vom Rosenanbau ernähren. Mit der Unterstützung der Welthungerhilfe, haben die Rosenbauern ihr Leben in die Hand genommen und können nun auf ein bescheidenes, aber nachhaltiges Einkommen aufbauen. Im Jahr 2009 haben sie gemeinsam mit Mitarbeitern des Projektes die Firma RONA "Roses for Nangarhar" gegründet: Das junge Unternehmen wird in Kürze auch die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte selbst in die Hand nehmen. Gelungene Hilfe zur Selbsthilfe, die die Welthungerhilfe noch bis Ende 2012 aktiv begleiten wird.

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