Haiti: Aufstehen nach dem schweren Erdbeben
Am späten Nachmittag des 12. Januar 2010 erschütterte eines der schwersten Erdbeben seit 200 Jahren den Karibikstaat Haiti. Teile des bitterarmen Landes wurden dabei fast vollständig zerstört, 250.000 Menschen starben. Das Zentrum des Bebens lag 17 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Es traf die Menschen in der Millionenstadt und den angrenzenden Gebieten völlig unvorbereitet und stürzte sie in Elend und Chaos.
Am späten Nachmittag des 12. Januar 2010 erschütterte eines der schwersten Erdbeben seit 200 Jahren den Karibikstaat Haiti. Teile des bitterarmen Landes wurden dabei fast vollständig zerstört, 250.000 Menschen starben. Das Zentrum des Bebens lag 17 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Es traf die Menschen in der Millionenstadt und den angrenzenden Gebieten völlig unvorbereitet und stürzte sie in Elend und Chaos.
Die Welthungerhilfe kennt das ärmste Land der westlichen Hemisphäre gut. Bereits seit 1974 arbeiten wir mit der Landbevölkerung. Sie lernen, wie sie ihre Erträge steigern und die natürlichen Ressourcen langfristig sichern. Natürlich gab es auch Rückschläge, viele bedingt durch Naturkatastrophen wie das Erdbeben im Januar 2010. Doch die Partnerschaft mit lokalen Organisationen ist stark und dank des großen Engagements der Mitarbeiter vor Ort konnte die Welthungerhilfe schnell nach der Katastrophe mit Nothilfemaßnahmen beginnen: Nahrungsmittel, Planen, Kochgeschirr, Werkzeuge und Wasser wurden an die Opfer verteilt. Wie an die 23-jährige Viviane Leclerq. Vier Wochen nach dem Beben stand sie mit vielen anderen Frauen in der Schlange vor einem Zelt, um sich ihr Nahrungsmittelpaket abzuholen. Sie war erleichtert und dankbar für die Hilfe: „Wir sind es nicht gewohnt, dass Versprechen eingehalten werden. Das kennen wir hier gar nicht."
Bald begann die Welthungerhilfe auch mit den Aufräumarbeiten. Die Bewohner der zerstörten Städte und Dörfer helfen, den Schutt abzuräumen, und erhalten dafür einen kleinen Lohn. Diese Cash-for-Work-Maßnahmen sind wichtig, um denen, die alles verloren haben, wieder etwas Geld für Nahrung, Kleidung und Hygiene zu verschaffen. Nach dem Aufräumen bauen Familien mit Unterstützung der Welthungerhilfe ihre zerstörten Häuser wieder auf. So wird aus der Nothilfe Wiederaufbau. Auch Suanita Joseph in Papatam kann nach Wochen auf der Straße in ihr neues Haus einziehen. "Das Hausbauprojekt der Welthungerhilfe war wie ein Geschenk des Himmels und hat eine meiner größten Hoffnungen erfüllt. Jetzt habe ich ein schönes Zuhause, in dem ich mit meinen Kindern in Frieden leben kann", so die siebenfache Mutter.
Das Beben in Haiti zeigt, wie wichtig es ist, langfristig zu helfen, denn viele Betroffene lebten bereits vor der Katastrophe am Existenzminimum. Auch deshalb hat die Welthungerhilfe kurz nach dem Beben beschlossen, ein fünfjähriges Aufbauprogramm zu starten: Schnelle Katastrophenhilfe, Wiederaufbau und langfristig angelegte Entwicklungszusammenarbeit gehen dabei Hand in Hand. Durch erdbebensicherere Häuser, neue Wasserleitungen und Brunnen sowie neue Schulgebäude werden die Menschen dabei unterstützt, ihre Situation langfristig zu verbessern. Bauern lernen, wie sie ihre Ernten steigern, verarbeiten und vermarkten können. Außerdem haben viele gelernt, Krankheiten wie die Cholera zu vermeiden und ihre Hygiene zu verbessern.
Der Wiederaufbau in Haiti ist eine Herausforderung. Aber auch eine echte Chance für die Menschen. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe haben viele Familien diese Chance ergriffen. Doch es wird noch lange dauern, bis alle Schuttberge abgetragen sind und die Familien sich wieder selbst versorgen können. Die Welthungerhilfe plant deshalb, noch Jahre in Haiti aktiv zu sein.
Unterstützen auch Sie uns, damit die Menschen in Haiti am Ende gestärkt aus der Katastrophe herausgehen können!


