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50 Jahre nachhaltige Entwicklung.
Es ist möglich.

Ein Dorf im Aufwind:
Das Millenniumsdorf Sarwan in Indien

Junges Mädchen aus Sarwan © Boethling

Ein indisches Dorf zieht erste Bilanz: Die Bauern in Sarwan ernten deutlich mehr als früher. Was sie nicht selber verbrauchen, verkaufen sie auf dem Markt. Die Dorfbewohner kämpfen endlich für ihre Rechte und viele Frauen haben sich selbständig gemacht.

Das Klima in Sarwan, im indischen Bundesstaat Jharkhand, ist unberechenbar. Auf Dürreperioden folgen Regengüsse mit schweren Überschwemmungen. Wie die Ernte ausfällt ist dann reines Glücksspiel. 5.300 Dorfbewohner leben hier hauptsächlich vom Reisanbau. Doch solche Monokulturen sind anfällig für Schädlinge und verringern die Bodenfruchtbarkeit. Fällt eine Ernte aus, stehen die Menschen vor dem Nichts. Viele Männer bessern das Familieneinkommen deshalb als Wanderarbeiter auf. Die Frauen bleiben allein zu Hause und tragen oftmals die Hauptlast des Familienalltags.

Seit 2006 ist Sarwan ein Millenniumsdorf der Welthungerhilfe. Genau wie zwölf weitere Dörfer in Afrika, Asien und Lateinamerika, leisten die Bewohner ihren ganz eigenen Beitrag zu den Millenniumszielen. Wo sie zuerst anpacken entscheiden sie dabei selbst.

In Sarwan haben die Bewohner begonnen, Regenwasser in großen Speichern zu sammeln, um in Trockenzeiten ihre Felder bewässern zu können. Sie haben brachliegendes Land nutzbar gemacht und Brunnen gebaut. In der Nebensaison bauen sie nun auch Mais, Weizen, Kartoffeln und andere Feldfrüchte an. Neu gepflanzte Bäume halten kostbaren Mutterboden auch bei starken Niederschlägen fest. Wie das gelingt, lernten die Dorfbewohner aus Sarwan in Kursen der Welthungerhilfe. Der Unterschied zu früher ist deutlich: In den vergangenen Jahren hat sich die Ernährung für acht von zehn Bewohnern verbessert. Die Bauern ernten endlich mehr. Was sie nicht in den eigenen Familien verbrauchen, können sie auf dem Markt weiterverkaufen. 

Außerdem haben sich in Sarwan zahlreiche Selbsthilfegruppen gegründet, um die zahlreichen Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Allein 50 davon sind Frauengruppen. Unterstützt durch staatliche Kreditprogramme stellen die Frauen gemeinsam Kompost her, züchten Kleinvieh, produzieren Keramik oder Seile aus Jute. Der Erfolg und vor allem ihr Einkommen als Kleinunternehmerinnen stärken ihre Position: Sarwans Frauen sind heute selbstbewusste Mitglieder der Dorfgemeinschaft. Auch die Kinder profitieren von der Entwicklung: Jungen und Mädchen gehen regelmäßig zur Schule und werden gegen Krankheiten geimpft. 

Auch gegenüber staatlichen Behörden kann sich das Dorf mittlerweile besser behaupten. Früher gab es keine Gremien, in denen die Dorfbewohner ihre Anliegen diskutieren und ihre Rechte vertreten konnten. Doch heute haben sie mit Unterstützung der Welthungerhilfe und ihren Partnern vor Ort Organisationsstrukturen geschaffen, um die Anliegen der Menschen bis vor die zuständigen Behörden zu tragen.

Die Menschen in Sarwan sind auf einem guten Weg in eine bessere Zukunft.

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