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Gegen den chronischen Durst: Regenfänge in Kenia

Dorfbewohner blicken auf einen Felsregenfang in Kenia © Grossmann

Sauberes Trinkwasser ist in Kenia Mangelware. Eine simple aber wirkungsvolle Idee brachte die Lösung: Felsregenfänge versorgen die Menschen mit Wasser – ein Vorzeigeprojekt in dem dürregeplagten Land.

Früher sprudelte in den östlichen Savannen noch Wasser aus dem Boden. Erinnern können sich daran nur die ältesten Bewohner der Dörfer im kenianischen Rift-Valley. Heute herrscht hier Durst. In den vergangenen Jahren zehrte der Wassermangel stark an den Kräften der Menschen. Zuverlässige Regenzeiten gibt es nicht mehr. Es regnet nur wenig und unregelmäßig. Oft bleibt der Niederschlag auch ganz aus. Dürreperioden gibt es viermal häufiger als vor 25 Jahren und so trocknen die Flüsse von Jahr zu Jahr mehr aus. Die wenigen verbliebenen Wasserstellen haben meist eine miserable Qualität. Bei Kindern ist das schlechte Trinkwasser die Ursache für die Hälfte aller Erkrankungen. 

Umso wertvoller ist der geringe und unregelmäßige Niederschlag. Doch lange sind 96 Prozent des Wassers während den Regenzeiten ungenutzt in der Erde versickert. Ein riesiges Potential ist dabei verloren gegangen, das wissen die Dorfbewohner. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe setzen sie deshalb eine neue Idee in die Tat um: Felsregenfänge. Dabei fangen große Felsen Regenwasser auf und leiten sie in geschlossene Wassertanks.

Beim Bau der Felsregenfänge haben fast alle Dorfbewohner geholfen. Das Projekt ist ihnen wichtig und sichert ihre Zukunft. Ihr Wasser holen sie sich nun am Wasserkiosk, das mit Rohren von den Tanks versorgt wird. Kraftmärsche zu den bis zu 15 Kilometer entfernten Wasserstellen sind somit nicht länger nötig. Ebenso wie das stundenlange Schleppen der schweren Kanister. Die Menschen gewinnen damit kostbare Zeit für andere Tätigkeiten, Schule und Arbeit. Auch ihre Beete und ihr Vieh können sie wieder versorgen. Das Wichtigste ist, dass immer weniger Menschen erkranken, weil sie schmutziges Wasser trinken müssen.

Dabei ist der Preis für die Errungenschaften nicht hoch: 20 Liter kosten am Wasserkiosk umgerechnet zwei Euro-Cents. Die Einnahmen aus dem Verkauf werden für Reparaturen an den Anlagen gespart. David Minchiel, Welthungerhilfe-Bauleiter in Inkiito, berichtet: "Ein paar kräftige Güsse von jeweils zwei bis drei Stunden reichen, um die 150 Kubikmeter fassenden Behälter zu füllen." Das Projekt schenkt ein Stück Unabhängigkeit von den Widrigkeiten der  Natur – denn der Inhalt der Becken reicht für sieben Monate. Von Kenia aus haben die Felsregenfänge ihren Siegeszug begonnen. Mittlerweile versorgen sie die Menschen in zahlreichen Projekten der Welthungerhilfe mit sauberem Wasser.

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