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Nicaragua: Katastrophenhelfer retten Leben

Katastrophenhelfer im Einsatz nach dem Hurrikan Mitch © Kopp

Die Menschen in Nicaragua müssen immer mit einer Naturkatastrophe rechnen: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Erdrutsche und Wirbelstürme sind keine Seltenheit. Spätestens nachdem Hurrikan Mitch 1998 mehr als 3.000 Todesopfer allein in Nicaragua forderte, war jedem klar, dass sich die Menschen bereits im Vorfeld besser vor diesen extremen Naturereignissen schützen müssen.

Gemeinsam mit einer nicaraguanischen Partnerorganisation verfolgt die Welthungerhilfe seit 2001 das Ziel, die Menschen in San Juan de Limay, im Norden des Landes, vor den Folgen extremer Naturereignisse zu bewahren. Dazu musste zunächst ein genauer Überblick über die Region gewonnen werden: Wo herrscht welches Klima? Sind dort  Trockenheit oder Fluten das Problem? Welche Auswirkungen hatten Naturereignisse bisher, und welche werden in Zukunft noch erwartet? Auch die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen ist entscheidend: Kann ein Ernteausfall kompensiert werden? Gibt es alternative Einkommensquellen? Wie stabil ist das soziale Netzwerk? 

Heute zeigt eine Karte, welcher Teil der Region mit welchen Risiken konfrontiert ist. So kann für jedes Gebiet eine Strategie entwickelt werden, wie einem Katastrophenfall vorgebeugt und begegnet werden kann. 

Nun darf man sich aber nicht vorstellen, dass ein Einsatzkommando mit Hubschrauber und Schlauchboot-Fregatte im Krisenfall zum Einsatz kommt. In der ärmsten Region Nicaraguas sind es die Menschen selbst, die mit Unterstützung der Welthungerhilfe gelernt haben, sich so gut wie möglich vor extremen Naturereignissen zu schützen. Dazu zählt auch, vermeidbare Katastrophen zu verhindern. Zum Beispiel durch das Bepflanzen von Hängen, denn das schützt vor Erdrutschen. Oder die Entscheidung, an risikoreichen Orten lieber keine Häuser zu errichten. Auch der Bau von  Brücken und die Befestigung von Uferböschungen können die Sicherheit der Menschen im Falle einer Katastrophe erhöhen. Ganz besonders wichtig sind die für den Ernstfall ausgebildeten Katastrophenhelfer. Ausgestattet mit Funksprechgeräten erfahren sie, sobald ein Fluss gefährlich ansteigt oder ein Hang sich löst. So können sie andere warnen und schnell Rettungsmaßnahmen einleiten, wie die Evakuierung ihres Dorfes.

Wie wirksam das neue Katastrophenmanagement ist, zeigte sich in den vergangenen Jahren: Bei zahlreichen Naturereignissen konnten sich die Bewohner auch in Risikogebieten erfolgreich retten.

So zum Beispiel bei den starken Regenfällen, die im Oktober 2011 zwei Wochen lang nahezu ununterbrochen in Zentralamerika niedergingen. 134.000 Menschen wurden nach Angaben der nicaraguanischen Regierung Opfer des Dauerregens und der folgenden Überschwemmungen. Viele Familien mussten evakuiert werden, ihre Häuser wurden teilweise zerstört, das zurückgebliebene Eigentum weggeschwemmt. Doch während in den Nachbarländern Guatemala und El Salvador fast 80 Menschen ums Leben kamen, konnten in Nicaragua fast alle Betroffenen gerettet werden. In den reißenden Fluten der über die Ufer getretenen Flüsse starben lediglich acht Menschen. Ein Zeichen, wie gut mit Unterstützung der Welthungerhilfe das Zusammenspiel von Zivilschutz, Rotem Kreuz, Polizei und Militär mittlerweile funktioniert. 

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