Dem Hunger erfolgreich die Stirn bieten
In Tadschikistan haben seit dem Zusammenbruch viele Menschen ihre Arbeit verloren. Nicht wenige suchen ihr Glück im Ausland. Das Leben der Daheimgebliebenen ist mühsam. Mit Projekten, die an die Probleme und Sorgen der Menschen vor Ort angepasst sind, unterstützt die Welthungerhilfe die Menschen dabei, ein besseres Leben zu führen.
Die Hoffnungen vieler Tadschiken ruhen auf der Landwirtschaft. Zwar sind nur etwa sieben Prozent des Landes überhaupt landwirtschaftlich nutzbar. Doch die Menschen sind arm und seit dem erneuten Anstieg der Nahrungsmittelpreise im Frühjahr 2011 können sie sich kaum noch das Lebensnotwendigste kaufen. Hunger ist ein großes Problem. "Die Tadschiken geben bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus", so der Agrarwissenschaftler Manuchehr Rakhmatdzhonov, der für die Welthungerhilfe in der Hauptstadt Duschanbe tätig ist.
Dass Nahrungsmittel so knapp sind, liegt auch daran, dass zu wenige Tadschiken wissen, wie sie ihre Felder bewirtschaften können. Der Grund: Viele von ihnen gingen zu Sowjetzeiten in landwirtschaftlichen Großbetrieben nur sehr speziellen Tätigkeiten nach. Wie sie einen eigenen Hof führen, wissen sie nicht. Die Welthungerhilfe unterstützt und berät die Bauern deshalb vor Ort. Es geht um Fruchtfolgen und Bewässerungstechniken aber auch um die verschiedenen Arten von Saatgut. "Durch die Gespräche mit den Welthungerhilfeberatern werden viele Anfängerfehler vermieden", so Bauer Akborali Abalschonow aus Akschar.
In Penjikent, nord-westlich der Hauptstadt Duschanbe, sind die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung andere. Galt diese Gegend in der Sowjetunion schon als besonders arm, herrscht hier jetzt die pure Not. Ein großes Problem ist die schlechte Infrastruktur. Um auf das Feld oder auf den Markt zu kommen, mussten die Bewohner bis vor kurzem mühselig weite Wege zurücklegen. Doch durch den Bau mehrerer kleiner Brücken, konnte das Leben der Menschen deutlich erleichtert werden. "Hier in der Hochgebirgswelt von Tadschikistan brauchen wir keine Hochtechnologie, sondern ganz einfache und solide Dinge", so Anatolij Schewzow, Mitarbeiter der Welthungerhilfe.
Sie wollen sich nicht unterkriegen lassen, die Menschen in Tadschikistan. Auch Alimova Aslia aus Garm, östlich von Duschanbe, widersetzt sich der Perspektivlosigkeit ihres Ortes. Gemeinsam mit neun weiteren Frauen und der Unterstützung der Welthungerhilfe machte sie eine Ausbildung zur Näherin. Ihr Einkommen ist zwar klein, sichert ihr aber das Nötigste. Steigen die Nahrungsmittelpreise jedoch weiter, wird der Kampf ums Überleben auch für Alimova immer schwerer.
Es fehlt an vielen Dingen in Tadschikistan. Die Menschen brauchen Unterstützung, um ihre Situation auch nachhaltig zu verbessern. Dass dies möglich ist, daran glauben sie fest. Und auch Erfolge stellen sich ein: Im Welthungerhilfe-Millenniumsdorf Veshab bauen die Menschen Aprikosen an. Das Obst ist in der 200 Kilometer entfernten Hauptstadt Duschanbe heiß begehrt. Und der vierzigjährige Bauer Asror berichtet: "Die Ernte hat sich verdoppelt". Erfolge wie diese zeigen, dass gute Entwicklungen möglich sind.


